EIn Film in den Farben Piet Mondrians ... zum Beispiel. Wenn Sie das Lichtspielkino betreten, sehen Sie ihn jedes Mal auf der gesamten Wandfläche rechts neben der Eingangstür. Es ist der schönste und kommerziell erfolgreichste Film des Regisseurs; viele Kinoliebhaber träumen von ihm.
Der Regisseur Jean-Luc Godard (1930 – 2022) war einer der legendären und einflussreichsten Erneuerer der Kultur, wie sie in den 1960er Jahren die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft erfasst hat. In seinen Filmen ging es ihm darum, möglichst Vieles anders zu machen als im konventionellen Kino. Dabei nahm er Vieles vorweg, was andere Denker und Künstler erst 20 bis 30 Jahre später formulierten und darstellten. „Elf Uhr Nachts“ (im Original: "Pierrot le Fou") ist, wie auch andere Filme Godards, auf der Höhe der Kunst der 1960er Jahre.
Ein Film wie ein Traum oder ein Tagtraum zumindest, ein Film voll von freien Assoziationen. Er erzählt zwar eine Geschichte: die von zwei Menschen, die sich verlieben und aus der Gesellschaft ausbrechen wollen. Aber Godard ging es nie darum, was er erzählte, sondern darum, wie er es erzählt. Und so wird diese Geschichte überlagert von einem Netz aus Zitaten, Verweisen, Anspielungen und Assoziationen aus Kunst, Dichtung, Film und Trivialkultur, die aus diesem Film etwas ganz anderes machen als eben eine „normal“ erzählte Geschichte. Die Freiheit der Darstellung ist einzigartig - und hat viele andere Filmemacher beeinflusst, nicht zuletzt, und nur zum Beispiel, Quentin Tarantino.
