Wenn Sie Kranke besuchen

  • Treffen Sie möglichst mit anderen, die den Kranken besuchen möchten, eine Absprache über den Zeitpunkt. Der Kranke hat mehr davon, wenn sie nicht alle auf einmal kommen.
  • Wählen Sie einen nicht zu großen Blumenstrauß zum Mitbringen. Es könnte sein, daß kein Platz für ihn vorhanden ist. Und es könnte den Eindruck erwecken, als ob Sie sich hinter ihm verstecken wollten.
  • Setzen Sie sich nicht auf das Bett des Kranken, noch legen Sie irgendwelche Gegenstände darauf ab. Das Bett ist der letzte Bereich, der dem Kranken geblieben ist.
  • Erzählen Sie ruhig, was inzwischen draußen passiert ist. Der Kranke hat das Bedürfnis nach Kontakt mit der normalen Welt. Doch betonen Sie nicht ausdrücklich, daß es auch ohne ihn prima läuft.
  • Beginnt der Kranke von seinen Sorgen und Ängsten zu sprechen, fallen Sie ihm nicht mit Beschwichtigungen ins Wort. Vielleicht sind Sie der einzige Mensch, dem er seine Sorgen anzuvertrauen wagt.
  • Nehmen Sie sich, wenn es möglich ist, einen Stuhl, und setzen Sie sich. Wenn Sie stehen, wirken Sie so groß und der Kranke hat den Eindruck, daß Sie keine Zeit haben.
  • Achten Sie auf die Zeit. Nur selten ist ein Kranker zu einem ausführlichen Kaffeeklatsch fähig. Auch Bettnachbarn strengt Ihr Besuch an!
  • Treten Sie weder zu vital noch zu mitleidig auf. Beides gibt dem Kranken das Gefühl, der Unterlegene zu sein.
  • Haben Sie keine Angst vor Gesprächspausen. Auch im gemeinsamen Schweigen kann viel geschehen. Und wenn Sie ihre Hand auf die des Kranken legen, kann dies beredter sein als viele Worte.
  • Lassen Sie den Kontakt zu dem Kranken nicht abbrechen, wenn seine Krankheit länger als erwartet dauert.

Ida und Hans-Christoph Piper