Krippe unter dem Kreuz

Der Platz für die Stephanskrippe ist sehr bewusst gewählt. Schon von Ferne sieht man, dass die gesamte Krippenszene vom großen Kreuz darüber umrahmt wird. Krippe und Kreuz gehören zusammen. Der Lebensweg Jesu lässt sich nicht reduzieren auf die schöne Geburtsszene. Die Liebe dieses Jesus, die an Weihnachten anfängt zu strahlen, führt in letzter Konsequenz ans Kreuz. Nichts anderes sagt übrigens das moderne Taufbecken in St. Stephan aus. Das nackte Christuskind ist zugleich schon der leidende Christus, der mit der Hand des Erwachsenen aufs Kreuz auf dem Altar deutet.

 




Krippe unter dem Kreuz

Ein Untergrund mit Bedeutung

Da in dieser Krippe, die gesamte weihnachtliche Heilsgeschichte und sogar der adventliche „Vor- und Nachlauf“ dargestellt wird, sind die einzelnen Szenen durch die Aufstellung auf unterschiedlichem Untergrund voneinander abgehoben.

 

1) Auf der rechten Seite stehen die Figuren der adventlichen Zeit auf groben Kies. Hier deutet sich an, was sich entwickelt. Die bedeutsamen Gedenktage des Advents sind mit Figuren in unserer Krippe vertreten: Katharina (29. November), Barbara (4. Dezember), Nikolaus (6. Dezember), Verkündigung an Maria (8. Dezember), Begegnung Maria Elisabeth (4. Advent), Näheres zu den Figuren siehe unten.

 

2) Das eigentliche weihnachtliche Geschehen ist auf saftige, fruchtbare Erde gestellt. Hier kann etwas wachsen und blühen. Man sieht die Verkündigung an die Hirten, die Hirtengruppe an der Krippe, die Heilige Familie mit Tieren und anderen Besuchern. Thomas und Achatius lugen von hinten in die Krippenszene hinein. Stephanus (Gedenktag 26. Dezember) kriecht ganz nahe zur Krippe.

 




3) Links nun wird die nachweihnachtliche Zeit dargestellt. Sie ist auf Sand gestellt. So steht Johannes der Täufer als Rufer in der Wüste und weist wieder auf das Kreuz, das diesem Kind bevorsteht. Da kommen die Heiligen Drei Könige von weit her gezogen und Simeon begrüßt im Tempel den lang ersehnten Heiland. Ganz links tritt der zwölfjährige Jesus vor die erstaunten Schriftgelehrten. Der Tempelbogen weist auf den Ort, wo dies stattfindet.

 

4) Ganz rechts außen findet die Krippendarstellung ihren Abschluss auf weißen Kies. Beinah unnatürlich leuchtet er und gestattet einen Blick in ein zukünftig anmutendes Paradies. Franziskus predigt den Tieren, die ganz selbstverständlich, wie in der ganzen Krippe, in das Heilsgeschehen eingebunden werden.


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