Jenseits von Eden



Ihr Gemeindebrief zum kostenlosen download

Liebe Leserinnen und Leser,

„So ging Kain von Gott weg und wohnte in Nod, jenseits von Eden, im Osten." (1. Mose 4,16) Die Zeit diesseits von Eden ist vorbei. Ob es sie jemals gab? Der Traum vom verlorenen Paradies ist so alt wie die Menschheit. Vom Paradies, vom Garten Eden, träumen wir Menschen. Aber jenseits von Eden, da wo wir leben, geht es ganz unparadiesisch zu – meistens jedenfalls. Die Geschichten von Verfehlung, Schuld und Scham, von Neid, Mord und Totschlag – sie haben an Aktualität nichts eingebüßt von Urzeiten an bis heute. Es gibt aber eine Ahnung davon, wie es sein könnte. Davon sprechen die alten Texte der Bibel – entstanden aus den Erfahrungen von Menschen mit Gott. Gott schuf die Menschen als Mann und Frau. In jedem Menschen begegnet mir Gottes Ebenbild. Jeder Mensch mit seinen Gaben und Fähigkeiten ist ein Geschöpf Gottes. Und jedem Menschen steht ein freier Tag in der Woche zu. Daneben erzählen die noch älteren Texte der Bibel vom Atem Gottes, der den Menschen das Leben einhaucht. Und vom Garten Eden, dem Ort, wo für alles gesorgt ist, wo keine Arbeit verrichtet werden muss, jedenfalls keine, die einen nicht erfüllt und zufrieden macht.

Zum „GottesGarten der Religionen" haben sich Juden, Muslime und Christen auf der Bamberger Landesgartenschau zusammengefunden. Hier wollen sie ihre Visionen vom Paradies miteinander entdecken und teilen und – wer weiß – das Paradies auch schon berühren.

Das Land jenseits von Eden kennen wir. Nino de Angelo hebt es in seinem bekannten Schlager nachdrücklich ins Bewusstsein: „Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind…wenn man für Liebe bezahlen muss, nur um einmal zärtlich zu sein…wenn unser Glaube nicht mehr siegen kann…wenn jede Hoffnung nur ein Horizont ist, den man niemals erreicht: Dann sind wir jenseits von Eden!"

Mit diesem GottesGarten betreten wir neues, unbekanntes Land. Hier versuchen wir, die Perspektive zu wechseln. Wie könnte sie aussehen – diese unsere Welt diesseits von Eden? Wo Menschen aus verschiedenen Religionen einander wahrnehmen, zuhören, kennen lernen, miteinander reden, diskutieren, leben, feiern und einander ernst nehmen und achten in aller Verschiedenheit? Könnte da wahr werden, was wir in einem unserer neuen Lieder besingen: „Da berühren sich Himmel und Erde"!?

Nicht nur diesseits, sondern manchmal bereits hier - jenseits von Eden - ereignet sich, was wir Christen Ostern nennen. Dass möglich wird, was uns jenseits von Eden unerreichbar, utopisch, unmöglich erscheint; dass das Leben über den Tod siegt oder dass der gekreuzigte sterbende Jesus zu dem fremden Mitgekreuzigten neben sich sagt: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!

Dass auch Sie das Paradies berühren im GottesGarten der Religionen – jenseits und diesseits von Eden, wünscht Ihnen

Ihr Otfried Sperl

Aktuelles zur Landesgartenschau 2012 unter: www.gottesgarten-bamberg.de


Seite drucken

 

 

AKTUELLES:
Universitätsgottesdienste

in St. Elisabeth, Sandstraße

[mehr]

Erneuerung unserer Homepage

Seit einiger Zeit arbeiten wir daran, unseren In...

[mehr]

Kirchenvorstandswahlen 21.Oktober 2012

was uns Volker Heißmann, Kabarettist, dazu sagt.

[mehr]

Zum Archiv >>