Faschismus ist keine Weltanschauung - Faschismus ist Menschenverachtung
Ihr Gemeindebrief
zum kostenlosen herunterladen.Es ist Samstag, der 1. Mai. Ich komme übermüdet nach einer Zeltübernachtung mit den Konfirmanden auf der Fuchsenwiese nach Hause. Trotzdem raffen sich meine Frau und ich auf, noch nach Schweinfurt zu fahren, um an der Demonstration und an der Kundgebung gegen den Aufmarsch der Rechten teilzunehmen. Ich bin sehr froh, dass wir dorthin gefahren sind und an der beeindruckenden Kundgebung teilgenommen haben. Ich bin froh, hautnah erlebt zu haben, dass sich 8000 Menschen dazu bekannt haben, dass sie den Parolen der 850 Rechten, die durch die Stadt zogen, widersprachen, eindeutig und vernehmbar.
An seinem ersten Arbeitstag sprach der neue Oberbürgermeister Remele, wie wichtig Menschen mit Migrationshintergrund für die Stadt sind und versprach auf Türkisch, sich schützend vor alle Mitbürger zu stellen.
Der evangelische Dekan Oliver Bruckmann machte deutlich, wie wichtig es ist, richtig hinzuhören und wachsam hinzuschauen. Er sagte: „Wir müssen sehr genau auf die Sprache und die Symbolik dieser Nazis achten. Das sind keine menschenfreundlichen und solidarischen Sprüche, das sind teuflische und höllische Parolen, Gedanken und Gesten. Nie wieder, liebe Freundinnen und Freunde! Das müssen wir gemeinsam sagen. Deshalb ist es gut, dass wir uns ohne Zögern in unserer Stadt zusammengeschlossen haben. Da geht es jetzt nicht um ideologische oder weltanschauliche Debatten. Es geht darum, dass wir uns nicht auseinandertrennen lassen, wenn braune Mächte hier fröhliche Urstände feiern. Gemeinsam müssen wir uns widersetzen.“
Das gilt auch jetzt für uns hier in Bamberg. Die NPD will in der Bamberger Kongresshalle ihr neues Parteiprogramm diskutieren:
Mit ihrer Pseudodiskussion über die soziale Frage in der Bundesrepublik wollen sie die sozial Benachteiligten unserer Gesellschaft einfangen, die Hartz-IV-Empfänger, die Arbeitslosen und alle Unzufriedenen. Argumente wie „Vollbeschäftigung nur für Deutsche“ sollen ihnen dabei helfen, die Unzufriedenheit in der Mehrheit der Bevölkerung, das so genannte Prekariat, für sich zu gewinnen, so wie es bereits den Haider- Leuten in Österreich gelungen ist oder der Fidesz-Partei jüngst in Ungarn.
Hinter ihrer pseudosozialen Diskussion verstecken sie jedoch ihr eigentliches Vorhaben: nationale Ausgrenzung und zugleich nationale Einengung.
Deshalb bitte ich Sie alle, wann und wo es Ihnen irgend möglich ist, an den Veranstaltungen des Bündnisses gegen Rechtsextremismus teilzunehmen und so zu zeigen, dass wir als Christen Farbe bekennen, dass wir als Christen Nein sagen zu Menschenverachtung und Ausgrenzung. Im Kirchenvorstand haben wir beschlossen, mit einem eindeutigen Bibelvers auf einem Transparent an unserer Kirche deutlich Position zu beziehen.
Ihr Walter Neunhoeffer